1/16/2006

Häufige komorbide Symptome sind:

Häufige komorbide Symptome sind:
Aggression oder Autoaggression AD(H)S, Bipolarstörung, Depressionen, Epilepsie, Essstörungen (z.B. Anorexia nervosa, insb. bei Mädchen), Migräne, nonverbale Lernstörung, Phobien, posttraumatische Stressstörungen (PTSD), Prosopagnosie (Gesichtsblindheit), Schlafstörungen, selbstverletzendes Verhalten, sensorische Integrationsstörungen oder sensorisch-integrative Dysfunktionen (SID), Sozialphobie, Ticstörungen (die an das Tourette-Syndrom erinnern), Wutausbrüche, zentral-auditive Verarbeitungsstörungen sowie Zwangsstörungen.
Unterscheidung der Zustände innerhalb des AutismusspektrumsEine Unterscheidung zwischen atypischem und frühkindlichem Autismus kann üblicherweise problemlos vorgenommen werden, da der atypische Autismus aufgrund seiner Unterschiede zum frühkindlichen Autismus definiert ist. Da atypischer Autismus meist mit geistiger Behinderung einhergeht, ist auch eine Abgrenzung zum Asperger-Syndrom gegeben. Bevor das Asperger-Syndrom in den 1990er Jahren als eigene Diagnose eingeführt wurde, bekamen Patienten, die heute die Diagnose Asperger-Syndrom erhalten, die Diagnose atypischer Autismus.
Frühkindlicher Autismus unterscheidet sich vom Asperger-Syndrom im Wesentlichen durch die beim Asperger-Syndrom fehlende Verzögerung der sprachlichen und kognitiven Entwicklung. Schwierig kann eine Differenzierung zwischen frühkindlichem Autismus und Asperger-Syndrom werden, wenn der frühkindliche Autismus in der Form des hochfunktionalen Autismus auftritt. In der Variante des hochfunktionalen Autismus liegt keine Intelligenzminderung vor und die Symptome ähneln denen des Asperger-Syndroms sehr. In der Forschung ist umstritten, ob überhaupt ein Unterschied zwischen hochfunktionalem Autismus und Asperger-Syndrom vorliegt. Daher werden teilweise die Begriffe hochfunktionaler Autismus und Asperger-Syndrom synonym verwendet. Einen guten allgemeinverständlichen Überblick über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von hochfunktionalem Autismus und Asperger-Syndrom bietet das Essay Is There a Difference Between Asperger's Syndrome and High-Functioning Autism von Tony Attwood.
UrsachenAutismus ist eine neurologische Störung und hat organische Ursachen.
Weil die Betroffenen meist normal aussehen, werden sie von Außenstehenden in der Öffentlichkeit schnell als unerzogen, unhöflich und provokativ erlebt. Die Schuld an ihrem unangepassten Verhalten wird meist den Eltern zugeschrieben. Solche Schuldzuweisungen und daraus resultierende Schuldgefühle enden nicht selten in Rückzug und sozialer Isolation. Die These, Autismus entstehe aufgrund der emotionalen Kälte der Mutter (ehemaliger Terminus der sogenannten „Kühlschrankmutter“), durch lieblose Erziehung, mangelnde Zuwendung, Traumata o.ä. ist heute eindeutig widerlegt.
Die genauen Ursachen indes sind noch nicht geklärt, es existiert aber eine Reihe von Theorien, von denen die wesentlichen im Folgenden angesprochen werden sollen. Üblicherweise erklären die einzelnen Theorien nur einen Teilaspekt der autistischen Störungen, sodass Autismus letztlich wohl auf Wechselwirkungen mehrerer Faktoren zurückzuführen ist.
Nicht ausgeschlossen werden kann außerdem, dass es sich bei Autismus um ein Produkt der menschlichen Evolution handelt und nicht um eine Behinderung oder Krankheit. Autismus ist vielleicht nur Teil der biologischen Vielfalt der Menschheit. Diese Annahme wird durch neue Forschungsergebnisse untermauert, in denen subklinische Formen von Autismus untersucht werden. Außerdem entwickelt sich unsere Gesellschaft immer mehr in eine Richtung, die Autismus auffälliger werden lässt, weil diese stetig mehr auf soziale Fähigkeiten abzielt. Menschen, die früher nicht als Autisten galten, könnten heute schon als Menschen mit Asperger-Syndrom diagnostiziert werden. Hier spielt besonders die Abweichung von der Norm eine Rolle: Die Frage, ob Autismus vorliegt, wird hierbei zunehmend zu der Frage, wieviel Autismus ein Mensch hat. Fest steht, dass es sich bei Autismus um ein autistisches Spektrum (s.o.) handelt, bei dem alle denkbaren Zwischenstufen zwischen „Autismus“ und „Normal“ vorkommen (Lit.: Kennedy 2002; Ratey/Johnsons 1999).

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